Sie haben in Indonesien eine/n Mitarbeiter/in eingestellt und unbewusst das Gesetz gebrochen

Die Einstellung von Mitarbeitern in Bali erfolgt oft informell: Man einigt sich auf ein Gehalt, schüttelt die Hand und der/die Mitarbeiter/in beginnt zu arbeiten.

In Indonesien kann dieser Ansatz jedoch schnell zu rechtlichen Problemen führen.

Arbeitsverhältnisse werden viel strenger reguliert, als viele ausländische Geschäftsinhaber erwarten, und das Fehlen von Unterlagen befreit den Arbeitgeber nicht von seinen Pflichten.

Ein reales Beispiel: die Kosten der „informellen“ Einstellung

Ein Unternehmen stellte eine/n örtliche/n Administrator/in ohne ordnungsgemäßen Arbeitsvertrag ein. Die Vereinbarung war einfach: ein festes Bar-Gehalt, das direkt an den/die Mitarbeiter/in gezahlt wurde, ohne Registrierung in offiziellen Systemen.

Einige Monate später entstand ein Konflikt, der schnell zu einer Inspektion eskalierte.

Das Ergebnis:

  • Forderungen nach nicht bezahlten Sozialbeiträgen

  • Steuerkonformitätsprobleme

  • Fragen zum rechtlichen Status des/der Mitarbeiters/in

Formal gesehen wurde der/die Mitarbeiter/in unter Verletzung der Arbeitsvorschriften eingestellt, was das Unternehmen den Arbeitsbehörden aussetzt.

Der Hauptfehler: warum „informelle Vereinbarungen“ nicht funktionieren

Eine der größten Fehlvorstellungen ist der Glaube, dass der Arbeitgeber keine rechtlichen Verpflichtungen hat, wenn der/die Mitarbeiter/in informell beschäftigt ist.

In Indonesien hat das Arbeitsrecht einen starken Fokus auf den Schutz der Arbeitnehmer.

Selbst ohne schriftlichen Vertrag kann die Beziehung als Arbeitsverhältnis anerkannt werden—mit allen damit verbundenen Verpflichtungen und Haftungen.

1. Kein Vertrag oder der falsche Vertragstyp

Indonesien erkennt zwei primäre Beschäftigungsstrukturen an:

  • PKWT — befristete Beschäftigung

  • PKWTT — unbefristete Beschäftigung

Ein befristeter Vertrag (PKWT) kann nicht für jede Art von Arbeit verwendet werden und unterliegt strengen Einschränkungen bezüglich Dauer und Verlängerung gemäß Regierungsverordnung Nr. 35/2021.

Wenn:

  • der Vertrag falsch formuliert ist

  • die Formulierung nicht den Vorschriften entspricht

  • der Vertrag nicht ordnungsgemäß beim Arbeitsministerium registriert ist

—kann er automatisch als dauerhaftes Arbeitsverhältnis (PKWTT) behandelt werden.

Dies kann zukünftige Kündigungsverfahren erheblich verkomplizieren.

2. Ignorieren von BPJS (obligatorische Sozialversicherung)

Die Registrierung im BPJS-System (Gesundheitsversorgung und soziale Sicherheit) ist für Arbeitnehmer in Indonesien obligatorisch.

Diese Verpflichtung gilt auch, wenn:

  • der/die Mitarbeiter/in bereits über eine private Versicherung verfügt

  • der/die Mitarbeiter/in keine Beiträge verlangt

Der Arbeitgeber ist dennoch gesetzlich verpflichtet, Zahlungen zu leisten.

Die Nichtregistrierung von Mitarbeitern kann führen zu:

  • Verwaltungssanktionen

  • Konformitätsuntersuchungen

  • Aussetzung oder Komplikationen mit Geschäftslizenzen

3. THR (13. Gehalt) vergessen

Viele ausländische Arbeitgeber sind sich nicht bewusst, dass Indonesien ein jährliches religiöses Feiertagsgeld namens THR (Tunjangan Hari Raya) verlangt.

In den meisten Fällen entspricht THR einem Monatsgehalt und muss einmal pro Jahr vor dem entsprechenden religiösen Feiertag gezahlt werden.

Das Nichtzahlen von THR ist einer der häufigsten Gründe, warum Mitarbeiter Beschwerden bei den Arbeitsbehörden einreichen.

Was Beschäftigungskosten tatsächlich beinhalten

Bei der Berechnung der tatsächlichen Kosten eines Mitarbeiters in Indonesien ist es wichtig, nicht nur das Nettogehalt zu berücksichtigen.

Eine ordnungsgemäße Beschäftigungsstruktur sollte umfassen:

Grundgehalt und Zulagen

Feste und variable Vergütungskomponenten sollten klar getrennt werden.

Einkommensteuer (PPh 21)

Arbeitgeber sind verantwortlich für das Einbehalten und Überweisen der Einkommensteuer der Arbeitnehmer, wenn das Gehalt die nicht steuerbare Grenze überschreitet.

NPWP (Steuernummer)

Mitarbeiter sollten eine persönliche Steuernummer (NPWP) haben. Ohne diese kann der anzuwendende Steuersatz höher werden.

Risiken und Konsequenzen

Einstellungsfehler führen selten zu sofortigen Problemen.

Die meisten Probleme treten später auf:

  • Während Arbeitsinspektionen

  • Während der Mitarbeiterkündigung

  • Nach Streitigkeiten mit ehemaligen Mitarbeitern

Typische Folgen sind:

  • Rückwirkende Steuer- und BPJS-Zahlungen

  • Verwaltungssanktionen

  • Entschädigungsforderungen

In einigen Fällen können Haftungen das jährliche Budget des Unternehmens für diese/n Mitarbeiter/in übersteigen.

Wie man die Einstellung ordnungsgemäß strukturiert

Bevor man jemanden anstellt, sollten Arbeitgeber:

  • Feststellen, ob die Stelle für einen befristeten Vertrag (PKWT) qualifiziert ist

  • Einen rechtskonformen Vertrag in indonesischer Sprache erstellen (oder in einem zweisprachigen Format)

  • Die vollständigen Beschäftigungskosten berechnen, einschließlich Steuern, BPJS und THR-Rückstellungen

  • Registrierung bei Steuer- und Sozialsicherungssystemen abschließen

Schlussfolgerung

Einstellungsprobleme werden nicht immer sofort sichtbar — aber sie kommen fast immer irgendwann ans Licht.

Wenn Sie bereits Mitarbeiter/in under informellen Vereinbarungen haben oder planen, Ihr Team zu erweitern, ist es sinnvoll, Ihre aktuelle Struktur jetzt zu überprüfen.

Probleme proaktiv zu beheben ist in der Regel weit weniger kostspielig — und weit weniger stressig — als nachträglich mit Arbeitsansprüchen umzugehen.

Sari Desti S. Sianturi

HR-Expertin, Legal Indonesia

Beratung anfordern

Das könnte Ihnen auch gefallen