Reise nach Bali: Was Touristen wissen sollten – Merkblatt 2026

Reise nach Bali: Was Touristen wissen sollten – Merkblatt 2026

Die erste Reise nach Bali beginnt meist gleich: Die Tickets sind gekauft, der Koffer ist gepackt. Und am Tag vor dem Abflug stellt sich heraus, dass ein elektronisches Formular, ein bezahltes Rückflugticket und ein Führerschein nötig sind, den Sie nicht haben. Fast all das lässt sich an einem Abend zu Hause erledigen. In diesem Merkblatt steht, was Sie vor der Reise nach Bali und in den ersten Tagen auf der Insel wissen sollten, damit Ihr Urlaub auf Bali ohne Überraschungen an der Grenze beginnt.

Vor der Reise: Visum, Dokumente und Vorbereitung

Prüfen Sie zuerst Ihren Reisepass: Am Tag der Einreise muss er noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Für eine kurze Reise eignet sich das Visum bei Ankunft – VOA oder die elektronische eVOA. Es steht Staatsangehörigen von fast 100 Ländern offen; die vollständige Liste finden Sie auf unserer VOA-Seite. Die staatliche Gebühr beträgt 500.000 Rupiah. Das Visum gilt für 30 Tage Aufenthalt und lässt sich einmal um weitere 30 Tage verlängern. Sie können es nach der Landung am Flughafen erhalten, bequemer ist es aber, die eVOA vorab auf evisa.imigrasi.go.id zu beantragen: Mit eVOA und biometrischem Reisepass können Sie die Grenze über das Autogate passieren.

Wenn Sie länger als zwei Monate bleiben möchten, ist das Touristenvisum C1 die bessere Wahl: Es gewährt 60 Tage Aufenthalt, die jeweils um 60 Tage verlängert werden – insgesamt bis zu 180 Tage im Land. Das Visum wird elektronisch auf evisa.imigrasi.go.id beantragt, in der Regel über einen Sponsor (Bürgen) oder eine Agentur.

Kümmern Sie sich rechtzeitig um die Verlängerung: Den Antrag auf Verlängerung des VOA nimmt die Behörde frühestens 14 Tage nach der Einreise und spätestens 7 Tage vor Ablauf der Aufenthaltsdauer an. Bei einer Überschreitung von weniger als 60 Tagen fällt eine Gebühr von 1.000.000 Rupiah pro Tag an. Wird sie nicht bezahlt oder beträgt die Überschreitung mehr als 60 Tage, drohen Abschiebung und Einreiseverbot; mehr dazu im Artikel über Visaregeln und Verstöße. Ausreisesteuern für Touristen gibt es nicht.

Kaufen Sie Ihr Rück- oder Weiterflugticket im Voraus: Für das Visum bei Ankunft ist es eine ausdrückliche Vorgabe der Einwanderungsbestimmungen, und die Fluggesellschaft kann es schon beim Check-in prüfen.

Füllen Sie vor dem Abflug das einheitliche elektronische Formular All Indonesia aus – auf der offiziellen Website allindonesia.imigrasi.go.id oder in der App All Indonesia. Es vereint Ankunftskarte, Zoll- und Gesundheitserklärung in einem QR-Code. Ausfüllen können Sie es frühestens 3 Tage vor der Ankunft. Bargeld und andere Zahlungsmittel ab 100.000.000 Rupiah (oder dem Gegenwert in einer anderen Währung) müssen in der Erklärung angegeben werden. Füllen Sie das Formular nur auf der offiziellen Website oder in der offiziellen App aus – in den Suchergebnissen tauchen viele fremde Websites auf, die dafür Geld verlangen. Ausführlich zum Ausfüllen im Artikel über die Zollerklärung All Indonesia.

Seit dem 14. Februar 2024 gilt auf Bali eine Touristenabgabe für Ausländer (Bali Tourist Levy) von 150.000 Rupiah. Sie wird bei jeder Einreise nach Bali fällig – sowohl bei direkter Anreise aus dem Ausland als auch über andere Regionen Indonesiens. Bezahlt wird nur bargeldlos: vorab online über das offizielle System Love Bali oder vor Ort – nach der Landung, während der Reise oder bei der Abreise. Befreit sind Flugzeugbesatzungen, Inhaber von KITAS und KITAP, von Diplomaten- und Dienstvisa, Visa zur Familienzusammenführung, Studenten- und „Golden“-Visa sowie einiger weiterer Visumarten.

Einreise auf Bali: Flughafen und die ersten Stunden

Im Bereich der Passkontrolle ist Fotografieren und Filmen verboten. Halten Sie in der Warteschlange Ihren Reisepass und den QR-Code des Formulars All Indonesia bereit. Eine separate Zollerklärung auf Papier ist nicht nötig: Der Zollteil ist bereits im einheitlichen Formular enthalten.

Mit einem vorab beantragten E-Visum passieren Sie die Grenze an den Autogates in wenigen Minuten – wie sie funktionieren, erklären wir im Artikel über Autogates an den Flughäfen von Bali und Jakarta.

Wenn Sie die Kontrolle bei einem Beamten durchlaufen, prüfen Sie direkt am Schalter das Einreisedatum im Stempel. Die erlaubte Aufenthaltsdauer wird ab dem Einreisedatum berechnet.

In den Wechselstuben am Flughafen ist der Kurs deutlich schlechter als in der Stadt. Ähnlich beim Mobilfunk: Am Flughafen kostet eine lokale SIM-Karte zwei- bis dreimal so viel wie in der Stadt. Wenn Sie ein paar Stunden warten können, zahlen Sie nicht zu viel. Die IMEI-Registrierung sollten Sie dagegen nicht aufschieben, wenn Sie länger als 90 Tage bleiben und eine indonesische SIM-Karte nutzen: Ohne Zölle und Steuern wird das Telefon nur im Zollbereich des Ankunftsterminals registriert – Einzelheiten im Abschnitt „Kurz gefasst“ weiter unten.

Auf Bali gibt es weder U-Bahn noch Stadtbusse. Vom Flughafen kommen Sie mit Grab oder Gojek weg – das ist meist günstiger als die Taxis am Ausgang – oder Sie buchen vorab einen Transfer, etwa bei MyBaliTrips: Sie zahlen im Voraus und werden mit einem Namensschild abgeholt.

Geld und Karten

Klären Sie vor dem Abflug mit Ihrer Bank, ob Ihre Karte in Indonesien funktioniert. UnionPay-Karten werden an manchen Orten akzeptiert; halten Sie als Reserve etwas Bargeld in US-Dollar bereit.

Tauschen Sie Dollar nur in lizenzierten Wechselstuben – bei einem money changer mit Genehmigung der Bank Indonesia. Banknoten, die vor 2013 ausgegeben wurden, nehmen Wechselstuben oft nicht an. Zählen Sie das Wechselgeld direkt an der Kasse nach: In Wechselstuben kommt Betrug vor.

Verteilen Sie Ihr Geld auf mehrere Karten und Konten, nutzen Sie für größere Ausgaben eine separate Karte und heben Sie Bargeld an Geldautomaten in Bankfilialen ab. Auf Bali kommt Skimming vor – das Kopieren von Kartendaten –, deshalb zahlen Sie mit Karte besser nur dort, wo Sie dem Geschäft vertrauen.

Verkehr: Führerschein und Bußgelder

Wenn Sie Roller oder Auto fahren möchten, besorgen Sie sich einen internationalen Führerschein (IDP) und führen Sie ihn zusammen mit Ihrem nationalen Führerschein mit: Der internationale Führerschein gilt nur in Verbindung mit dem nationalen. Im IDP muss für den Roller die Klasse A eingetragen sein, für das Auto die Klasse B (im indonesischen Führerschein entsprechen ihnen SIM C und SIM A). Wenn Sie keinen Führerschein haben oder Ihnen eine Klasse fehlt, hilft Legal Indonesia Ihnen, einen indonesischen Führerschein auf Bali zu erhalten.

Das Gesetz Nr. 22/2009 über den Straßenverkehr legt Bußgelder für typische Verstöße fest:

  • Fahren ohne Führerschein der erforderlichen Klasse – bis zu 1.000.000 Rupiah (Art. 281).

  • Fahren ohne Helm – bis zu 250.000 Rupiah; das Bußgeld erhält der Fahrer auch für einen Mitfahrer ohne Helm (Art. 291).

  • Mehr als ein Mitfahrer auf dem Roller – bis zu 250.000 Rupiah (Art. 292).

  • Fehlende Fahrzeugpapiere für den Roller (STNK) – bis zu 500.000 Rupiah (Art. 288).

Seit dem 2. Januar 2026 ist die Haftstrafe für diese Verstöße abgeschafft – es bleiben nur Geldbußen in gleicher Höhe (Gesetz Nr. 1/2026 zur Anpassung strafrechtlicher Sanktionen).

Touristen werden häufig angehalten, weil sie an der Ampel über die Haltelinie gefahren sind. Formal ist das ein Verstoß gegen die Fahrbahnmarkierung nach Artikel 287 des Gesetzes Nr. 22/2009 mit einem Bußgeld von bis zu 500.000 Rupiah, in der Praxis ist die Linie aber oft kaum zu sehen. Vor Ort erhalten Sie einen blauen Strafzettel, wenn Sie den Verstoß anerkennen – dann zahlen Sie das Bußgeld (in der Regel den Höchstbetrag nach dem Artikel) über die Bank ohne Gerichtsverfahren; oder einen roten, wenn Sie ihn nicht anerkennen – dann legt das Gericht den Betrag fest.

Einen Roller können Sie über Dienste wie BaliMotion mieten, eine Unterkunft finden Sie auf Plattformen wie Airbnb oder Agoda.

SIM-Karte

Auf der Insel ist ein eigenes Datenpaket günstiger als Roaming. Telkomsel hat die breiteste Netzabdeckung, Indosat ist günstiger, aber außerhalb der Touristengebiete schwächer, XL Axiata liegt dazwischen. Richtwerte für die Preise: 120.000 Rupiah – 6 GB, 150.000 – 9 GB, 220.000 – 17 GB; das Paket verlängern Sie in der App des Anbieters oder in jedem Minimarkt. Wenn Ihr Telefon eSIM unterstützt, können Sie eine Touristen-eSIM schon vor dem Abflug online buchen – Warteschlange und Plastikkarte entfallen.

Gesundheit

Für die meisten Touristen sind für die Einreise nach Indonesien keine Impfungen vorgeschrieben. Einen separaten Gesundheitsfragebogen (den früheren SatuSehat Health Pass) müssen Sie nicht mehr ausfüllen: Seit 2025 ist die Gesundheitserklärung Teil des Formulars All Indonesia.

Eine Versicherung ist für die Einreise nicht vorgeschrieben, wir empfehlen sie aber: Medizinische Versorgung in Indonesien ist kostenpflichtig und nicht billig. Wählen Sie eine Police mit einer Deckung ab 50.000 Dollar. Prüfen Sie in der Police zwei Punkte – ob sie das Fahren eines Rollers abdeckt (Basistarife oft nicht) und wie hoch die Selbstbeteiligung ist, also der Betrag, den Sie in jedem Fall selbst zahlen. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Roller fahren: Fahren Sie nicht alkoholisiert und tragen Sie einen Helm.

Eine Versicherung können Sie bei bewährten Anbietern wie Genki oder Safetywing abschließen.

Wenn Sie krank werden, rufen Sie zuerst Ihre Versicherung an: Sie sagt Ihnen, welche Klinik Sie aufsuchen sollten, damit die Behandlung von der Police gedeckt ist. Apotheken (Apotek) finden Sie über Google Maps: Die Ketten Watson und Guardian führen eher Kosmetik als Medikamente. Gängige Medikamente gibt es auf Bali, aber unter anderen Namen, deshalb nehmen Sie eine Standard-Reiseapotheke besser mit.

Kurz gefasst

Die Mindest-Checkliste: Visum (VOA/eVOA oder C1), bezahltes Rückflugticket, Reisepass mit einer Gültigkeit von mindestens 6 Monaten ab dem Einreisedatum, Formular All Indonesia, Reiseversicherung (empfohlen) und internationaler Führerschein zusammen mit dem nationalen, wenn Sie fahren möchten.

Ein einziges elektronisches Formular – All Indonesia auf allindonesia.imigrasi.go.id. Es vereint Ankunftskarte, Zoll- und Gesundheitserklärung in einem QR-Code. Separate Erklärungen auf Papier sind nicht nötig.

Die meisten ausländischen Besucher brauchen eines. Für eine Reise bis zu 30 Tagen eignet sich das Visum bei Ankunft (VOA): staatliche Gebühr 500.000 Rupiah, eine Verlängerung um weitere 30 Tage. Für einen längeren Urlaub – das Touristenvisum C1 für 60 Tage mit Verlängerungen auf insgesamt bis zu 180 Tage.

Etwas Bargeld in US-Dollar (Banknoten ab Ausgabejahr 2013) und eine Karte, die im Ausland funktioniert – klären Sie das vor der Reise mit Ihrer Bank. Tauschen Sie Geld nur bei lizenzierten Wechselstuben (money changer).

Für die meisten Touristen sind keine Impfungen vorgeschrieben. Die Gesundheitserklärung ist Teil des Formulars All Indonesia.

Nur wenn Sie eine indonesische SIM-Karte einsetzen. Bei einem Aufenthalt bis zu 90 Tagen registriert der Anbieter die IMEI in seinem Shop beim Kauf der SIM. Wenn Sie länger als 90 Tage bleiben, stellen Sie den Antrag auf beacukai.go.id oder in der App Mobile Bea Cukai und lassen ihn beim Zoll im Ankunftsbereich bearbeiten – nur so erfolgt die Registrierung ohne Abgaben. Später ist das innerhalb von 60 Tagen nach der Ankunft in einem Zollamt möglich, dann aber gegen Zahlung von Zöllen und Steuern. Höchstens zwei Geräte pro Person. Im Roaming mit Ihrer eigenen SIM-Karte ist keine Registrierung nötig.

Bei einer Überschreitung von weniger als 60 Tagen fällt eine Gebühr von 1.000.000 Rupiah pro Tag an. Wird sie nicht bezahlt oder beträgt die Überschreitung mehr als 60 Tage, folgen Abschiebung und Einreiseverbot nach Artikel 78 des Gesetzes Nr. 6/2011.

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