KI gegen Rechtsexperten. Anwalt überprüft KI-generierten Vertrag

Wir haben uns entschlossen, selbst zu überprüfen, wie gut künstliche Intelligenz in der Praxis ist. Wir haben einen Prompt erstellt:
"Trete als Rechtsexperte auf und entwerfe für mich einen Mietvertrag für die Villa, die ich in Bali mieten möchte. Ich werde alle notwendigen individuellen Informationen selbst ausfüllen, also kannst du lediglich die Informationen über die Parteien angeben. Der Vertrag sollte den Gesetzen Indonesiens entsprechen."
Wir haben den resultierenden Vertrag zur Überprüfung an einen Anwalt geschickt und ihn gebeten, den Vertrag zu bewerten und Korrekturen vorzunehmen, um die Interessen und Mittel des Kunden zu schützen. Lassen Sie uns einige Punkte mit Beispielen aufschlüsseln:
1. Status des Objekts und Garantien des Vermieters
KI: "Der Vermieter erklärt und garantiert, dass das Mietobjekt weder verpfändet, in Streit, unter Beschlagnahmung noch Gegenstand von Ansprüchen Dritter ist."
Dies ist eine korrekte Formulierung, die einen gewissen Schutz bietet, aber es ist eine allgemeine Aussage ohne rechtliche Konsequenzen. Wenn sich später herausstellt, dass das Objekt mit Verstößen gegen Rechte Dritter übertragen wurde, schützt diese Klausel allein den Mieter nicht.
Anwalt: "Der Vermieter erklärt, dass er der rechtmäßige Eigentümer oder eine rechtlich befugte Person ist, um das Mietobjekt zu vermieten, und dass das Objekt weder in Streit, verpfändet, unter Beschlagnahmung noch Gegenstand von Ansprüchen Dritter ist."
Der Anwalt stellte das Recht zur Verfügung über das Objekt klar fest und verknüpfte die Erklärung nicht nur mit einer Tatsache, sondern mit dem rechtlichen Status der Partei. Dies ist grundlegend wichtig, da die Vermietung oft nicht direkt durch den Eigentümer erfolgt.
2. Kündigung des Vertrags: Worte vs. Mechanismus
KI: "Der Vertrag kann vor Ablauf der Mietzeit gekündigt werden, wenn eine der Parteien einen Verstoß begeht und diesen nicht innerhalb von ___ Tagen nach Erhalt einer schriftlichen Mitteilung behebt."
KI verwendete eine Standardformulierung, beantwortet jedoch nicht die entscheidenden Fragen:
was genau als Verstoß gilt,
was mit Zahlungen passiert,
ob die Verpflichtungen nach der Kündigung bestehen bleiben.
Als Ergebnis kann eine solche Klausel leicht gegen den Kunden ausgelegt werden oder eine Schlupflücke für unredliche Vermieter darstellen. Der Anwalt identifizierte diese Schwachstelle und korrigierte sie.
3. Kaution
KI: "Die Kaution wird dem Mieter spätestens 10 Kalendertage nach Vertragsende zurückerstattet, abzüglich aller Verpflichtungen der ZWEITEN Partei (falls vorhanden)."
Formal sieht es verständlich aus, aber der Ausdruck "abzüglich Verpflichtungen" wird nicht erklärt, was bedeutet, dass er frei vom Eigentümer interpretiert werden kann und Raum für Missbrauch bietet. Daher ist es wichtig klarzustellen, dass diese Abzüge begründet, im Voraus vereinbart und zwei Wochen im Voraus mitgeteilt werden müssen.
4. Höhere Gewalt: Liste der Ereignisse vs. Verfahren
KI: "Die Partei, die auf höhere Gewalt trifft, ist verpflichtet, die andere Partei schriftlich zu benachrichtigen."
Eine klassische Formulierung, die die gesamte Klausel aufgrund fehlender umfassender Spezifikation in unnützen Text verwandelt. Das Fehlen von Fristen für die Benachrichtigung der anderen Partei lässt alles offen. Es wird auch nicht angegeben, welche Konsequenzen diese höheren Gewaltumstände haben. Mit häufigen Überschwemmungen auf Bali ist das Verständnis der Bedeutung einer solchen Klausel entscheidend.
5. Steuer-, Dienstleistungs- und Aufwandsverpflichtungen
KI ignorierte vollständig die Klausel zur Verantwortung für Steuer- und Nebenkosten, was bei langfristigen Verträgen entscheidend ist. Wer zahlt für Strom, Gas, Verbrauchsmaterialien, Reinigung? Das kann zu einer Überraschung und einer saftigen Rechnung führen, daher musste der Anwalt diese Anpassungen vornehmen.
6. Nutzungseinschränkungen
KI: "Die zweite Partei darf die Mietrechte nicht untervermieten oder abtreten, ohne die schriftliche Zustimmung der ersten Partei. Hausgäste und Dritten der Zugang zur Villa ist nicht gestattet."
Hier ist kein Kommentar nötig. In dem Versuch, den Mieter vor kommerziellen Aktivitäten zu schützen, hat KI ihm einfach verboten, Gäste einzuladen, da die Klausel offensichtlich Besuche von Außenstehenden verbietet, die nicht im Vertrag erwähnt werden.
7. Verstoß gegen gesetzliche Anforderungen
In Indonesien gibt es eine direkte gesetzliche Anforderung, die KI nicht berücksichtigt hat; Dokumentationen, die Ausländer betreffen, müssen zweisprachig sein, wobei der Haupttext in der Landessprache und der sekundäre oft in internationalem Englisch ist. Die indonesische Version hat Vorrang. Dies ist nicht kritisch, wenn der Vertrag nur in der lokalen Sprache ist. Viel kompliziertere Konsequenzen könnten auftreten, wenn der Vertrag in Fremdsprachen erstellt und unterzeichnet wird, was das Risiko einer Ungültigkeit und Verluste bei Streitigkeiten birgt, wenn sie auftreten.
Abschließend haben wir verstanden, dass KI einen stereotypischen Vertrag schreiben kann, der korrekt aussieht, aber sie versteht nicht, wie der Vertrag im wirklichen Leben funktionieren wird oder mögliche Fallstricke in der Formulierung erkennt. Sie identifiziert keine strittigen Fragen, kennt keine lokalen Vorschriften und kann nicht voraussehen, wo der Kunde Geld verlieren könnte. Ein Anwalt hingegen entwirft einen Vertrag, um eine Person in realen Szenarien zu schützen, nicht nur auf dem Papier. Also ist KI eine praktische Hilfe, aber kein Ersatz für einen Profi, wenn echte Risiken im Spiel sind.













